Seit 1410

Chronik

Von den Grafen von Orlamünde über Markgrafen, Preußen und Franzosen bis zur Eingemeindung nach Bad Steben: über 600 Jahre Bobengrün in Daten und Geschichten.

Historisches Schild der Gemeinde Bobengrün

1050 – 1622

Grafen und Ritter

Bobengrün entsteht im Herrschaftsgebiet um Lichtenberg und wechselt mehrfach den Besitzer.

1050 – 1300

Die Grafen von Orlamünde besiedeln das Gebiet um Lichtenberg. In dieser Zeit dürfte auch Bobengrün entstanden sein.

6. Juni 1410

Erste urkundliche Erwähnung Bobengrüns. Graf Oswald von Truhendingen stiftet zur Ausstattung der Frühmesse in der Kapelle St. Johannis zu Lichtenberg drei verlassene Höfe in Bobengrün.

29. Juni 1414

Durch einen Erbteilungsvertrag geht die Herrschaft Lichtenberg und damit Bobengrün an Graf Sigismund von Orlamünde. Dazu gehören auch Nieder- und Obersteben, Carlsgrün, Langenbach, Steinbach, Heinrichsdorf, Geroldsgrün, Gerlas und Thierbach.

um 1427

Graf Sigismund verkauft die Herrschaft Lichtenberg an Ritter Caspar von Waldenfels.

1447

Bei der Belagerung Lichtenbergs plündern Truppen aus Nürnberg, Rothenburg und Windsheim die umliegenden Ortschaften – vermutlich auch Bobengrün.

um 1460

Hans von Waldenfels kauft den Teil Thierbach mit Steinbach, Geroldsgrün, Gerlas und Bobengrün von den Grafen Otto und Friedrich von Orlamünde.

1477

Die Söhne Heinz und Fritz treten das Erbe des verstorbenen Hans von Waldenfels an.

24. Nov. 1489

Kaiser Friedrich III. bestätigt den Kauf von Stadt und Schloss Lichtenberg durch Kaspar von Waldenfels.

1528

Hans II. von Waldenfels führt in seiner Herrschaft die Reformation ein. Bobengrün gehört zur Pfarrei Steben.

1561

Hans von Waldenfels teilt seinen Besitz unter drei Söhnen und einem Enkel auf. Bobengrün fällt mit dem Rittergut Thierbach an Philipp von Waldenfels.

1565

Bobengrün zählt zwei ganze und zwölf halbe Höfe sowie vier kleine Anwesen. Horwagen wird erstmals erwähnt.

1595

Erlaburg wird erstmals erwähnt.

1622

Hoch verschuldet verkaufen die Waldenfelser ihre Besitzungen zu Thierbach – und damit auch Bobengrün – für 70.000 Gulden an die Markgrafschaft Bayreuth.

1626 – 1810

Markgrafen, Preußen, Franzosen

Das Dorf wächst, das Handwerk kommt – und die Landesherren wechseln, bis Bobengrün 1810 bayerisch wird.

1626

Der dritte und größte Pestausbruch hält Einzug im Land.

1712

Das Gerlaser Forsthaus wird gebaut.

1741

Bobengrün besitzt 15 halbe und zwei Viertelshöfe, zwei Gärtnergütlein, sieben Tropfhäuser, vier Gütlein, zwei halbe Zinsgütlein, ein baufälliges Häuslein und eine Mühle.

1750

Auf dem Gemeindeanger entstehen die ersten Kellerhäuser.

1760

In Bobengrün werden zum ersten Mal Kartoffeln angebaut.

1766

Das Handwerk zeigt seine Anfänge: Im Dorf sind ein Schmied, ein Zimmermeister und zwei Weber ansässig.

1767

Bobengrün hat 31 Häuser, darunter eine Schänke, eine Schmiede und eine Mühle.

1778

Das Oberamt Lichtenberg wird aufgehoben.

1782

Im Dorf wird eine herrschaftliche Zehntscheune errichtet.

1784

In Bobengrün wird ein Kalkofen gebaut.

1791

Mit der Vereinigung der Fürstentümer Ansbach und Bayreuth mit Preußen kommt Bobengrün unter preußische Verwaltung.

1795

Freiherr Karl August von Hardenberg lässt an allen Häusern Hausnummern anbringen. Damals stehen 29 Häuser im Dorf.

1799

Der Schulbetrieb in Bobengrün beginnt.

1807

Nach der Niederlage des preußischen Heeres fällt das ehemalige Fürstentum Bayreuth an Frankreich. Bobengrün steht unter französischer Verwaltung.

28. Feb. 1810

Bobengrün wird bayerisch. Im Pariser Vertrag tritt Napoleon das ehemalige Fürstentum Bayreuth an Bayern ab.

1812 – 1909

Eine eigene Gemeinde

Gasthäuser, Schulen, die Feuerwehr – im 19. Jahrhundert entsteht vieles, was das Dorf bis heute prägt.

1812

Das Gasthaus Weißes Ross unter Johann Heinrich Sommermann wird erstmals erwähnt, ebenso das Gerlaser Wirtshaus.

1817

Das Königreich Bayern wird in acht Kreise eingeteilt. Bobengrün liegt nun im Obermainkreis, im Landgerichtsbezirk Naila.

24. Sept. 1824

Johann Christoph Horn wird zum ersten Gemeindevorsteher gewählt.

1831

Im Dorf stehen 36 Häuser, eine Mühle und eine Ziegelhütte, es leben 297 Menschen hier – 1855 sind es bereits 570. Zur Gemeinde gehören Bobengrün, Horwagen, Gerlas und die Einöde Erlaburg.

1833

Die Schule Thierbach wird aufgelöst, die Kinder werden nun in Bobengrün unterrichtet.

1837

Die bayerischen Kreise werden nach Volksstämmen benannt: Aus dem Obermainkreis wird Oberfranken.

1851

Die Schule Christusgrün wird mit der Bobengrüner Schule vereinigt.

1852

Die erste Flurkarte von Bobengrün entsteht.

1860

Heinrich Burger wird zum ersten Bürgermeister von Bobengrün gewählt.

1861

Das erste Schulhaus wird auf Gemeindegrund gebaut.

1862

Die Horwagener Schule wird aufgelöst. Die Kinder aus Horwagen und Dürrnberg gehen nun in Bobengrün zur Schule.

1863

Das Gasthaus Frankenwald unter Johann Martin Findeiß wird erstmals erwähnt.

1873

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bobengrün.

1879

Carl Sommermann gründet ein Kolonialwarengeschäft.

1882

Der Marmorbruch Horwagen wird im Tagebau erschlossen.

1886

Im Sommer 30, im Winter 50 Menschen verdienen in Bobengrün ihr Brot mit Feinnäherei – für einen Tageslohn von 40 bis 60 Pfennig.

1889

Gründung des Militär- und Kriegervereins, der späteren Soldatenkameradschaft Bobengrün.

1909

Das elektrische Licht kommt nach Bobengrün.

1911

Gründung des Raiffeisenvereins Bobengrün/Thierbach und des Turn- und Sportvereins, des heutigen ATS.

1911 – 1978

Vereine, Kirche, neue Zeiten

Rathaus, Kirche und viele Vereine entstehen – bis Bobengrün 1978 Teil des Marktes Bad Steben wird.

1911/12

Das neue Schul- und Rathaus wird errichtet – heute Heimat unseres Dorfmuseums.

1920

Georg Sommermann gründet eine Handstickerei in Bobengrün.

1924

Gründung des CVJM Bobengrün.

um 1925

Das erste Telefon im Dorf.

1927

Gründung des Frankenwaldvereins Bobengrün.

1932

Gründung des Obst- und Gartenbauvereins Bobengrün und Umgebung.

1946

Die erste CVJM-Pfingsttagung findet in Bobengrün statt.

1952

Bau des Feuerwehrgerätehauses, in dem auch eine Poststelle unterkommt.

1956

Die Durchgangsstraße wird asphaltiert.

1957

Das Kriegerdenkmal wird errichtet.

1961/62

Bau der evangelisch-lutherischen St.-Paulus-Kirche.

1963

Der Schulverband Bobengrün wird aufgelöst und schließt sich dem Gemeindeschulverband Bad Steben an.

1976

Die Poststelle in Bobengrün wird geschlossen.

1978

Bobengrün wird Teil des Marktes Bad Steben. Die eigenständige Gemeinde mit damals 725 Einwohnern wird aufgelöst.

seit 1978

Die Sparkasse zieht ins Rathaus ein und bleibt dort bis Ende 2004.

2002 – heute

Bobengrün heute

Dorferneuerung, Jubiläum und viel Eigeninitiative: Die Dorfgemeinschaft gestaltet ihr Dorf selbst.

2002

Das alte Kriegerdenkmal wird an die Kirche verlegt.

1. Jan. 2005

Die Sparkassen-Filiale im Rathaus wird aufgelöst.

25. Feb. 2005

Der ATS Bobengrün und der ATSV Thierbach gründen gemeinsam den Fußballverein SV 05 Froschbachtal.

2009

Die Dorferneuerung wird umgesetzt.

2010

Große 600-Jahr-Feier. Am 4. Juni wird zum Jubiläum der Planetenweg eingeweiht.

Mai 2012

Die Dorfgemeinschaft eröffnet das Dorfmuseum im Alten Rathaus.

2020

In der ehemaligen Bäckerei Bäumler entsteht das Bobengrüner Dorfläjdla.

Quelle: Dorfchronik Bobengrün